Titelbild - Dr. Stoltz besorgt um Kenia-Projekt

Arzt hofft auf
ein Ende des
Blutvergießens

Im Krankenhaus in Nangina behandeln die Ärzte ihr Patienten oft sogar kostenlos.
Ein Mädchen mit Magen-Darm Infekt erholt sich hier im Arm seiner Mutter auf der Kinderstation.

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Dr. Stoltz besorgt um Kenia-Projekt

"Höxtersche Zeitung" Fürstenau, 31. Januar 2008

Von Rebecca Struck

Fürstenau (WB). In Kenia herrscht Ausnahmezustand.
Seit der umstrittenen Wiederwahl des Staatspräsidenten Mwai Ki-baki bestimmt
Gewalt den Alltag der Bevölkerung.
Dr. Michael Stoltz aus Fürstenau ist seh
r besorgt über die aktuelle Entwicklung.
Er engagiert sich seit Jahren dort in Hilfsprojekten.

Der Mediziner aus Fürstenau steht wegen den politischen Unruhen in ständigen Kontakt mit Pater Mario Porto. Der Mediziner aus Fürstenau steht wegen den politischen Unruhen in ständigen Kontakt mit Pater Mario Porto. Dieser Geistliche betreut in den Slums von Nairobi eine Schule, eine Krankenstation und eine Küche, die von Deutschland aus über den Verein »Nangina« finanziert werden. »Mario erlebt mit, wie Geschäfte und Hütten geplündert werden. Das halbe Ghetto ist niedergebrannt worden. Es gibt viele Tote«, erzählt Dr. Michael Stoitz mit sorgenvoller Stimme.

Die beiden Volksstämme - Kikuyu und Luo - bekämpfen sich seit der Wahl am 30. Dezember immer wieder in blutigen Ausschreitungen. Militär und Demonstranten liefern sich Straßenkämpfe, bereits hunderte Menschen ließen in den Unruhen ihr Leben. Jetzt befürchten Michael Stoltz und die anderen Mitglieder des Vereins »Nangina«, dass die mit Spendengeldern und viel Herzblut errichteten Projekte in Gefahr sind. »Hierbei geht es um Hilfe zur Selbsthilfe«, erläutert der Arzt aus Fürstenau, der zuletzt im September vor Ort war. Bauern erhalten zum Beispiel Hilfe zur besseren Wasserversorgung und zur Steigerung des Ertrags.

Viel wurde auch in den Aufbau eines Krankenhauses und einer Schule investiert. Dr. Stoltz will sich nicht ausmalen, wie die Unruhen die harte Arbeit von Ehrenamtlichen zerstören könnten. »In den Slums von Korogocho und Karabangi, wo fast 150 000 Menschen unter unvorstellbaren Bedingungen auf engstem Raum zusammen leben, haben sich die Bedingungen in den vergangenen Wochen drastisch verschlimmert. Das gilt auch für den Rest von Nairobi«, sagt der Familienvater. Die Not, das Elend, die Gewalt: Für den Menschenverstand seien die Zustände unbegreiflich geworden. »Wie lange wird es dauern, Vertrauen, Zuversicht und den Frieden wieder herzustellen?«, schreibt der Pater in einem seiner Briefe. Der Geistliche und die Mitglieder des Vereins hoffen, dass das Blutvergießen bald ein Ende hat.

Gruppenbild - Dr. Stoltz besorgt um Kenia-Projekt
Wolfgang und Maximiliam Behle,
die Leiterin des  Krankenhauses, Sonja Barnfield
und Dr. Michael Stoltz (v.l.) in Nangina
umringt von einheimischen Kindern