Zurück zur Presseübersicht

Der 17-jährige Max Behle unterstützt den Afrika-Hilfe-Verein Nangina beim Spendensammeln.
Jetzt hat er vor Ort nachgesehen, wofür das Geld verwendet wird.

Rote Ampeln, um die sich kein Mensch kümmert, ein Rind, das nach einem Unfall gleich an der Kreuzung geschlachtet wird, korrupte Politiker, Schlagloch-Straßen, Buschtänze und bettelnde Vierjährige: „Afrika war ein ganz schöner Kulturschock. Man kommt da an und alle gucken einen an. Das liegt an der Hautfarbe“, erinnert sich der 17-jährige Wittener Max Behle an der zweiwöchigen Reise durch Äthiopien und Kenia.

Unterwegs war er mit seinem Vater Wolfgang und dem Waldorfschul-Lehrer Friedhelm Ribberger. Auf eigene Kosten haben sie sich neun verschiedene Projekte des Afrika-Hilfe-Vereins Nangina angesehen. Wolfgang Behle und Friedhelm Ribberger sind Vorstandsmitglieder bei Nangina. Max arbeitet schon seit über sechs Jahren ehrenamtlich für den Verein, führt mit anderen Jugendlichen Sprechspiele in Kirchen auf, sammelt so Geld.

Jetzt hat er nachgesehen, wofür die Mittel ausgegeben werden: Medikamente für Krankenhäuser, renovierte oder neue Schulen, Unterstützung für Aids-Kranke, neue Brunnen, ein Kindergarten. Max Behle hat eine andere Schulmoral als die deutsche kennen gelernt: „Die laufen morgens um fünf zwei Stunden zur Schule, da wird auch nicht herumgeschrien.“

Insgesamt fördert der Verein 15 Projekte, nicht nur in Afrika, zum Beispiel auch eine Radioschule in Honduras. „Dass die armen Leute Bildung kriegen, das ist das A und O“, beschreibt Ribberger seine Motivation. Da passt es, dass eine äthiopische Schule das bislang am stärksten unterstützte Projekt ist. 110.000 Euro sind schon geflossen. Das Geld stammt aus Spenden und aus der Kollekte, die nach den Sprechspielen der Vereins-Jugendlichen in den Gottesdiensten gesammelt wird. „Das ist spannend, so kann ich überall hinfahren, wo ich noch nicht war“, beschreibt Behle seine Faszination.

Denn die Sprechspiele werden nicht nur in Witten, sondern im ganzen Ruhrgebiet aufgeführt. „Manchmal sind da bis zu sieben Jugendliche, dann können wir abends noch was unternehmen.“ Rund 65 Jugendliche sind im Verein, gut 25 davon aus Witten.

Mit den Sprechspielen haben sie zum Beispiel den Bottroper Unternehmensberater Jörg Schröter erreicht. Daraufhin hat er ein Kinderheim in Namibia mit Medikamenten beliefert – auf eigene Rechnung.

Von Tim Müßle

Zurück zur Presseübersicht