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In der Diözese Bungoma in Kenia ist fast jeder Fünfte an AIDS erkrankt. Bischof Norman King'oo Wambua sprach als Gast des Wittener Vereins Nangina im Altenzentrum St. Joseph in Annen

Am gestrigen Sonntag war Norman King’oo Wambua, Bischof der Diözese Bungoma in Kenia, zu Gast beim Nangina e.V. . Die Bürgermeisterin Sonja Leidemann begrüßte ihn zu seinem Vortrag im Altenzentrum St. Joseph. Sie würdigte die Arbeit des Nangina e.V., der seit über 20 Jahren Spenden für Projekte in der dritten Welt sammelt und auch in der Heimat des Bischofs Unterstützung bietet.

In einem 10-minütigen Film bekamen die Zuschauer einen Einblick in das Leben innerhalb Kenias. Sonnige Strände und Urlaubsparadiese sind nur eine Seite des Landes. Viele Bewohner müssen jedoch hart arbeiten und haben mit Armut, Krankheiten und schlechten hygienischen Bedingungen zu kämpfen. Schulen, Krankenhäuser und neu erbaute Brunnen mit hygienisch einwandfreiem Wasser können helfen, diese Missstände zu beseitigen. Im Film wurde das Krankenhaus „Heilige Familie“ vorgestellt, welches vom Nangina e.V. erbaut wurde und weiterhin durch Spenden unterstützt wird. Hier können auch AIDS-Kranke Hilfe finden.

Im Anschluss an den Film beantwortete Bischof Norman King’oo Wambua zahlreiche Fragen der Anwesenden zu verschiedenen Bereichen und erläuterte die momentane Situation seiner Diözese, in der 1,5 Mio. Menschen leben. Davon sind ca. 16 % an AIDS erkrankt, also fast jeder fünfte. Dies hat zur Folge, dass in vielen Familien die „Versorger-Generation“ wegfällt und so die Großeltern für ihre Enkel sorgen müssen. Daraus ergibt sich nicht nur für die einzelne Familie Schaden, sondern auch wirtschaftlicher Schaden für das ganze Land. Der Bischof sieht es als vordringlich an, dass die Menschen AIDS als Krankheit und nicht als Fluch erkennen und annehmen. So werden sie befähigt, verantwortlich mit ihrem Körper umzugehen und die Verbreitung des HIV-Virus zu verhindern. Sie müssen teilweise auch von ihren kulturellen Bräuchen abweichen, die der Verbreitung von AIDS Vorschub leisten. Besonders die Generation der werdenden Eltern muss dazu gebracht werden, AIDS-Tests zu machen.

Im Falle eines positiven Ergebnisses werden sie von einer unüblichen Krankenhausgeburt überzeugt. Durch sorgfältige Vorsichtsmassnahmen kann eine Übertragung der Krankheit auf das Neugeborene während der Geburt vermieden werden. Auch über den Krankenhausaufenthalt hinaus werden die Erkrankten beraten und erhalten wichtige Tipps, um die Verbreitung der Krankheit und die Ansteckung ihrer Kinder zu vermeiden.

Im Anschluss an seinen Vortrag bedankte sich Norman King’oo Wambua für die jahrelange Unterstützung des Nangina e.V. und versprach, auch weiterhin für eine zuverlässige Verwendung der Spenden zu sorgen. Im Gespräch mit ZEUS-Reporter Thomas Wagner äußerte der Bischof den Wunsch, dass Nangina weiterhin zur Erhaltung des Krankenhauses beiträgt. Zudem benötigt das Krankenhaus ein neues Auto, um Hausbesuche bei den Patienten in den umliegenden Dörfern ermöglichen zu können.

Thomas Wagner

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