Zurück zur Presseübersicht

Jugendliche opfern ihre Freizeit für Afrika

„Nangina. Mitleid ist zu wenig“ steht am Sonntag Morgen auf einem blauen Plakat, das an den Altar der St. Pius Kirche in Lippstadt gelehnt ist. Die Gemeindemitglieder können mit dem Begriff Nangina nichts verbinden und rätseln.

Doch noch vor Beginn der Messe klärt der Pastor sie auf. Nangina ist eine Gruppe Jugendlicher aus Witten, die Hilfsprojekte in Afrika unterstützt. Besondere Ziele sind der Auf- und Ausbau der medizinischen Basisversorgung, Förderung hygienischer Einrichtungen, gesundheitliche Aufklärung, Brunnenbau und Unterstützung bei der Ausbildung. „Nangina ist jedes Wochenende in einer Gemeinde in ganz Deutschland zu Gast. Das heißt Schlafen auf Luftmatratzen, aber auch viele neue Menschen kennenlernen“, so Friedhelm Ribberger, erster Vorsitzender des Vereins. Heute sind sie im Pastoralverbund Lippstadt Süd-West zu Gast.

Mit einem Sprechstück, das an Stelle der Predigt vorgetragen wird, erklären sie die Projekte und machen deutlich, dass jeder einzelne die Pflicht hat, zu helfen. „Für diese Welt tragen wir alle ein Stück Verantwortung. Also nimm Deine Verantwortung jetzt und fang hier an!“, so der Schluss.

Ein Sprechstück, das einfach gemacht ist, aber nachdenklich stimmt und aufrüttelt. Sehr deutlich haben die Jugendlichen gezeigt, wie oft Verantwortung an die unbekannte Masse abgegeben wird und sich schließlich keiner zuständig fühlt. Am Ende blicken einige Gemeindemitglieder nachdenklich in die Runde.

Diese Nachdenklichkeit hat auch Carina Kaiser zu Nangina gebracht. „Als ich die Gruppe in meiner Gemeinde gesehen habe, war ich ziemlich begeistert“, erzählt die Jugendliche von ihrem ersten Kontakt. Und jetzt gehört sie zu denen, die mit in die verschiedenen Gemeinden reisen. Etwa 75 Jugendliche engagieren sich bei dem Verein. Je nach persönlichem Zeitplan und nch ihrem Wohnort wird Wochenende für Wochenende eine neue Truppe zusammengestellt. „Oft lernen sich die Mitglieder erst auf der Fahrt in die Gemeinde kennen“, erzählt Friedhelm Ribberger.

Den Verein gibt es seit 22 Jahren. Ribberger war Firmkatechet, als der Wunsch in der Gruppe der Firmlinge entstand, Hilfe für Afrika zu leisten. Zwei Jahre später wurde der Verein gegründet. Nun steht Nangina in regelmäßigem Kontakt mit kirchlichen Organisationen vor Ort. „Die Arbeit unseres Vereins ist rein ehrenamtlich. Und wenn wir nach Afrika fliegen, dann zahlen wir die Reise aus eigener Tasche“, betont Ribberger. Auf Fotos zeigen die Jugendlichen stolz, welche Projekte schon mit dem Geld, das sie gesammelt haben, verwirklicht werden konnten. Schulen und Krankenhäuser wurden gebaut, neue Brunnen versorgen die Menschen mit Trinkwasser. „Wir leisten haupsächlich Hilfe zur Selbsthilfe.“ Und am nächsten Wochenende geht die Reise schon weiter.

Zurück zur Presseübersicht