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Reges Interesse: Nangina-Hilfsprojekt in Äthiopien lud zum Vortrag in die St. Pius-Kirche

RÜDINGHAUSEN
Auf großes Interesse stieß die Informationsveranstaltung über ein Nangina-Hilfsprojekt in Äthiopien am Dienstagabend: Der Vortragssaal im Kellergeschoss der St.Pius Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Eingeladen hatte der Hilfsverein Nangina, der weltweit zurzeit 13 Projekte betreut, mit denen Menschen in tiefster Not geholfen werden soll.

Als Gast konnte Nangina Schwester Elisabeth Maria begrüßen, die in der äthiopischen Stadt Dire lebt und eng mit Nangina zusammenarbeitet. „Wenn man Menschen helfen will, dann müssen sie sich selbst helfen, man darf sie nicht als Bittsteller betrachten, sondern als Partner. Meine Aufgabe ist es, Gelder zu koordinieren und vor Ort als Ansprech-Partnerin da zu sein“, erklärt die 40-jährige Niederländerin und Angehörige des Ordens „Missionsärztlicher Schwestern“. Als sie vor zehn Jahren nach Dire kam, bestand die Sozialstation vor Ort aus einer Schule mit 180 Schülern. Heute hat die Schule 1400 Schüler, es gibt eine Bibliothek. Eine kleine Klinik ist dem Zentrum angegliedert, es gibt Elektrizität.

Zunächst flossen Investitionen in Wasser, Wasserpumpen und Brunnen, denn der Boden ist schlecht, die Dürre macht den Menschen zu schaffen. Das hatte direkte Auswirkungen auch auf die Bildung der Menschen: „Kinder konnten früher gar nicht zur Schule, da sie einen Großteil des Tages damit beschäftigt waren, Wasser aufzutreiben, aus den wenigen Brunnen, die es gab. Es musste also eine Art Wasser-Infrastruktur aufgebaut werden, nicht nur der Ernährung wegen, sondern auch, um den Kindern Freiräume zu bieten.“

Dies ist gelungen. Unter anderem dank des Engagements von Nangina. Der Verein sammelte mit seinen rund 70 ehrenamtlichen (jugendlichen) Mitarbeitern in der gesamten Bundesrepublik Geld - das dann Projekten wie der Sozialstation in Dire zu Gute kommt. Respekt verdient die Tatsache, dass die Ordensschwester nicht nur über die Erfolge ihrer Arbeit geredet hat. „Es ist frustrierend zu sehen, wie junge Menschen Lesen und Schreiben lernen, wie sie Wissen in sich aufsaugen - und nach der Schule arbeitslos werden. Es gibt kaum Arbeit.“

Dafür aber Alkohol, Glücksspiel. Und Aids. Wenn die Niederländerin nach Athiopien zurückkehrt, wird es für sie also noch viel zu tun geben.

Christian Lukas

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