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Vom 02. 20.10.2002 besuchten erneut Mitglieder des Nangina e.V. verschiedene Projekte des Vereins in Kenia und Äthiopien.
Unsere erste Station war der Besuch in Debre Zeit, 30 km südlich von Addis Abeba, der Hauptstadt von Ähiopien.
Vor Ort wurden wir sehr herzlich von zwei Missionsschwestern empfangen.
Sie arbeiten seit mehreren Jahren in diesem Projekt und versuchen auf vielfältige Weise für die Gesundheitsversorgung der Menschen zu sorgen. So haben sie bereits einige Brunnen gebaut, um die Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser versorgen zu können, unterstützen den Bau von Schulen, um die Ausbildung der einheimischen Kinder zu fördern, haben Frauengemeinschaften gegründet, um die gesellschaftliche Stellung der Frauen zu stärken und haben eine Augenklinik mit angeschlossener Sehschule eröffnet.
Patrick Prinz, der live vor Ort gewesen ist, erzählt: Wir durften als Gäste bei einer Augenoperation zusehen. Durch die enorme Trockenheit wird die rote Asche des Bodens von vorbeifahrenden Autos aufgewirbelt und setzt sich den Menschen in die Augen. So entstehen viele Augenkrankheiten, die einer ärztlichen Behandlung bedürfen. In der Sehschule werden mit Buchstabentafeln Sehtests für die Bevölkerung durchgeführt, um mögliche Erblindungen frühzeitig feststellen zu können.
Neben dem Besuch der Augenklinik hatten die Afrikafahrer auch die Chance, eine der umliegenden Schulen zu besuchen. Prinz berichtet: Über 90 Kinder saßen in einem Klassenraum von etwa 50qm. Da es weder Tische noch Stühle gibt müssen die Kinder auf dem nackten Boden sitzen, wo sie von Sandflöhen gebissen werden. Darüber hinaus besitzt das Schulgebäude weder Wasser noch Strom. Hier ist nach Ansicht des Vereins dringend Hilfe nötig, um eine fundierte Ausbildung gewährleisten zu können. Somit wird auch dem Motto des Vereins Hilfe zur Selbsthilfe Rechnung getragen, denn nur mit einer fundierten Ausbildung erhalten die Kinder die Chance, ihr späteres Leben selbstständig zu gestalten. Auch der Besuch einer der Frauengruppen war ein beeindruckendes Erlebnis. Christian Herrmann erzählt: In Rollenspielen werden Themen wie Aids, Heirat, Kidnapping und ähnliches für die Frauen verständlich dargestellt, um sie auf diese Situationen angemessen vorzubereiten. Des weiteren vergibt die Gemeinschaft kleinere Kredite an die Frauen, damit sie Anschaffungen tätigen können, z.B. ein neues Dach für ihre Hütte.
Von Debre Zeit aus fuhr die Gruppe dann nach Attat, wo der Verein ein Leprahospital betreut. Empfangen wurden sie durch Schwester Rita und Frau Dr. Karin, die Leiterin des Hospitals. Besonders Stolz waren die Reisenden über die Besichtigung des neu erbauten Röntgenhauses, das ausschließlich mit Mitteln des Vereins erbaut wurde. Dr. Michael Stolz, ein Mitglied der Reisegruppe, ist das Krankenhaus in besonderer Erinnerung geblieben, da er bei einer Notoperation einen Kaiserschnitt durchgeführt hat.
Friedhelm Ribberger, der Leiter des Vereins erinnert sich besonders gerne an Schwester Rita. Ich habe bewundert, mit wie viel Freude sie durch die Krankenzimmer geht. Wenn sie das Zimmer verlässt, ist auf allen Patientengesichtern ein Lachen. Das trägt sicherlich auch mit dazu bei, dass die Genesung schneller fortschreitet. Langeweile kennen die Mitarbeiter des Hospitals nicht, denn bereits morgens um 7.00 Uhr steht eine große Menschenmenge vor den Toren des Krankenhauses. Teilsweise übernachten Menschen sogar vor dem Krankenhaus, da die Patienten oft einen langen Fußmarsch auf sich nehmen müssen, um überhaupt zum Krankenhaus zu kommen. Wir helfen allen, auch wenn jemand nicht für die Behandlung bezahlen kann. Aber es wird dann erwartet, dass eine andere Gegenleistung erbracht wird, wie beispielsweise Mitarbeit bei der Landwirtschaft, berichtet Ribberger.
Von Äthiopien flog die Gruppe dann weiter nach Kenia, wo sie als erstes Projekte in einem Slumgebiet in Nairobi besuchte. Schwester Gil betreut in diesem Projekt überwiegend Familien mit Aidskranken Angehörigen. Prinz erzählt: Gerade Aids ist in den vergangenen Jahren in Afrika zu einem enormen Problem angewachsen. Da die Bevölkerung wenig Aufklärung zu diesem Thema erfährt, stecken sich viel mehr Menschen mit der Krankheit an, als beispielsweise bei uns in Deutschland. In ihrem Projekt unterrichtet Schwester Gil junge Menschen auch über die Pflege bereits erkrankter Angehöriger. Denn die Betreuung liegt fast ausschließlich bei der Familie.
Von Nairobi aus ging es dann nach Nangina, zum Hauptprojekt des Vereins, das diesem auch seinen Namen gab. Christian Herrmann sagt Gerade auf den Besuch hier habe ich mich besonders gefreut. Es ist schon eine beeindruckende Erfahrung, wenn man die Orte, die man bisher nur von Bildern kannte auf einmal live sieht. Bischof Norman King `oo Wambua, in dessen Diozöse das Krankenhaus liegt, beherbergte die Gruppe. Es wurden herzliche Erinnerungen ausgetauscht, da der Verein im letzten Jahr den Bischof in Deutschland zu Gast hatte.
Besonders interessant waren die Gespräche mit den Schwestern des indischen Ordens, die das Krankenhaus seit ca. einem Jahr leiten. Wir haben wieder viele wichtige Informationen über geplante Anschaffungen erhalten. So soll möglichst bald mit dem Bau eines Wassertanks für das Krankenhaus begonnen werden, da im Moment nur jeden 3. Tag frisches Wasser aus dem nächsten Ort kommt erzählt Ribberger. Die Gruppe hat Baupläne mit nach Deutschland genommen, damit im Vorstand gemeinsam über die Finanzierung entschieden werden kann.
Eine sehr schöne Erinnerung ist der Empfang, der uns im Family Helper Project bereitet wurde. Kinder und Jugendliche, die als Aidswaisen in dem Projekt leben, haben für uns gesungen und getanzt. Es ist erstaunlich, wie viel Freude man immer wieder in den Augen der Menschen sieht, obwohl sie wirklich an der untersten Armutsgrenze leben erinnert sich Patrick Prinz.
Das Projekt ist riesig groß. Es gibt dort eine Nähschule, eine Schreinerwerkstatt, einen Kindergarten, mehrere Gästehäuser, Landwirtschaftliche Betriebe und Häuser, in denen über 500 Waisenkinder leben. So groß hätte ich es mir niemals vorgestellt wundert sich Christian Herrmann beeindruckt.
Das gesamte Projekt liegt in den Händen von Schwester Pauline, die den Besuchern ihre vielen Fragen ausführlich beantwortet hat. Wir konnten auch einige der Patenkinder, die von verschiedenen Familien in Deutschland unterstützt werden persönlich kennenlernen freut sich Friedhelm Ribberger. Zur Freude der Sozialarbeiter konnte Ribberger eine Zusage für die Übernahme von 10 weiteren Patenschaften machen. Die Reise hat die Freundschaft mit den Menschen vor Ort wieder gestärkt. Wir erkennen, dass die Arbeit die wir hier in Deutschland leisten, dort wirklich anerkannt und dringend benötigt wird. Die ständige Dankbarkeit der Bevölkerung war uns manchmal schon fast peinlich. Wir haben aber wieder gesehen, dass wir mit unserem Tun Brücken nach Afrika bauen, die so stabil sind, dass sie nicht zusammenbrechen, wenn wir darüber gehen. Das gibt uns die Kraft, immer weiter zu machen.
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