AKTUELLES

Hoher Besuch in Witten
Bischof Norman King'oo Wambua erneut zu Gast
Sonntag, 28. August 2011

Bischof Norman King'oo Wambua aus Kenia erneut zu Gast bei Nangina e.V. am 28.08.2011

Dr. med. Michael Stolz, Dr. med. Klaus Flohr, Vorsitzender Friedhelm Ribberger, Jugendvorsitzende Katharina Stritzke, Bischof Norman King'oo Wambua und Jugendvorstand-Beisitzende Desirée Schnitker.

Nach seinem Besuch 2008 war Bischof Norman King'oo Wambua aus der Diözese Bungoma in Kenia am Sonntag, den 28.08.2011 zu Besuch in Witten. Grund war die Zusammenarbeit mit dem Nangina Verein, der deutschlandweit für die Projekte aus seiner Heimat wirbt.

Als "kein Unbekannter" nannte Pastor Friedrich Barkey in seiner fröhlichen Begrüßungsrede an seinen Kollegen um 10 Uhr 30.

Nach der Messe in St. Josef berichtete der kenianische Bischof über die momentane Dürre-Katastrophe in Ostafrika und seine Projektvorhaben mit dem Nangina Verein Witten. Geplant sind ein Kindergarten und eine Schule für 800 Kinder und Schlafsäle nur für Mädchen. "Vielleicht scheint es unfair, solch ein Schulzentrum nur für Mädchen zu errichten. Aber für die Jungen gibt es genug Möglichkeiten in den umliegenden Dörfern. Die Beschneidung ist eigentlich seit 50 Jahren nicht mehr üblich. Bloß in sehr wenigen Regionen ist sie noch üblich." So wie in Kibuk. In einer Region, in der die Unterdrückung der Frau noch keine Besonderheit ist. In einem Stamm, in dem Mädchen noch Beschnitten werden und sie in der Familie nicht eigenständig leben können, sondern als Besitz gelten, sollen Schwestern aus einem ähnlichen Stamm die Mädchen über Bildung zur Selbständigkeit bringen.  

Verabschiedet wurde der Bischof am Abend im Gemeindezentrum St. Pius mit herzlichen Wünschen für die Projekte, die bereits laufen und für die, die hoffentlich bald anfangen.

Zur Lage der Projekte - In der Nähe der kenianisch-ugandischen Grenze liegt die Diözese Bungoma. Der Bischof dieser Diozöse, Norman King'oo Wambua, webt ein Netz zwischen dem Nangina e. V. Witten, den Bewohnern, Orden und dem Staat.

1991 war er das erste Mal in Deutschland. Seitdem kann er nicht mehr zählen, wie oft er schon in Deutschland war. Dort fühlt er sich sicher, sagt er. Jedes Jahr bekommt er Besuch aus dem Nangina Verein. Vor Ort stellen sich Deutschland und Kenia ihre Kulturen und die Arbeit bei Nangina vor.

In Bungoma redet der Kenianer mit den Bewohnern, fragt nach ihren Interessen und Bedürfnissen und versucht ihre Lage mit Hilfe von Nangina zu verbessern. Für die geplante Mädchenschule wird er beim Staat die Finanzierung von Lehrerinnen und Erzieherinnen beantragen.

Für den Aufbau erhofft sich Bischof King'oo Wambua aus Deutschland und den USA Fördergelder von Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs).

Die Situation in Kenia - Gerade in den Nachrichten laufen die Berichte über Hilfsgüter, die nach Kenia fließen, um die somalischen Flüchtlinge aufzufangen. Doch Hilfe kommt nicht nur aus so genannten Geberländern. Auch in Kenia leben Menschen, die Nahrungsmittel sammeln und spenden. Leider teilt die reiche Mehrheit von 5 % ihr Land innerhalb ihres Klans auf. Ihre Stammesreligion erlaubt es, die Toten auf ihrem eigenen Land zu begraben, sodass ein Bürger aus dem Mittelstand nur schwer neues Land erwerben kann. Die Familie des ersten Präsidenten dieser neuen Regierung hat viel Landstücke in Besitz genommen. Wie früher die Kolonialherren nutzen sie nun ihre Landherren aus.

Die Kirche plädiert für ein Mehrparteiensystem in Kenia. Leider ist die Mehrheit der 40 Millionen Kenianer nicht gebildet genug, um ihr Wahlrecht einzufordern.

Der Nangina e. V. - Seit 23 ist der eingetragene Verein jedes Wochenende unterwegs. Aus den 100 jugendlichen Mitgliedern findet sich jedes Wochenende eine Gruppe, die in einer deutschen Kirchengemeinde die Projekte vorstellt und dafür Werbung macht, sich aktiv für seine Nächsten in Afrika, Lateinamerika oder Asien einzusetzen. Inzwischen gibt es 15 Projekte zur Unterstützung der Basis-Gesundheitsversorgung und der Bildung in Kenia, Äthiopien, Tansania, Nigeria, Honduras, Peru und in Indien. Der Verein besteht nur aus Ehrenamtlichen, damit die Spenden direkt in die Projekte fließen. Es wurden schon Krankenhäuser, Schulen, Ausbildungsstätten und Aidswaisenhäuser unterstützt.


Desirée Schnitker
Nangina